Routinerettung, das bessere Wort des Jahres als Rettungsroutine

Statt Rettungsroutine müsste Routinerettung das Wort des Jahres 2012 sein. Anstatt das stetige Bemühen, die Finanzsysteme zu retten zu benennen, steht Routinerettung für das Bemühen jedes Einzelnen, täglich im Kleinen wie im Großen seine Routinen im Leben vor Veränderungen zu retten. Es betrifft uns Besitzstandswahrer, die wir uns bedroht fühlen und die wir uns ein neues ...

Video meiner Lesung in einem Fitnessstudio für Literaturort-Projekt

Mit einer Video-Lesung in einem Fitnesstudio für Online-Literaturprojekt www.literaturort.de habe ich einen Beitrag abgeliefert. Dafür filmte ich mich selbst dort während des laufenden Betriebs, während ich meine Satire „Bekenntnisse eines Diätwilligen“ las. Literaturort soll Filme von Autoren sammeln, die ihre eigenen Texte an ungewöhnlichen Orten lesen und davon Videos drehen, die auf der Website präsentiert ...

Die Macht der Erzählung – “Cloud Atlas” als Filmversion 1

Steht der Ruf der Unverfilmbarkeit eines Romans im Raum, sagt dies zuerst eines aus: Dass diejenigen, die solch ein Urteil sprechen, kaum den Unterschied zwischen den Medien Buch und Film verstehen. Unverfilmbar heißt in erster Linie: Hierfür gibt es keine Entsprechung, das Geschriebene adäquat auf die Leinwand zu bringen. Es unterstellt, dass Film nach den ...

“Autors kleiner Helfer” von Stephan Waldscheidt – eine Rezension

„Machen Sie sich nicht verrückt. Werden Sie besessen!“ Ein Satz aus dem buchgewordenen Tritt in den Hintern, der den Leser in Stephan Waldscheidts neuem Ratgeber „Autors kleiner Helfer“ erwartet. Denn mit dem, was er für den interessierten Leser bereit hält, hat er vor allem eins: Recht. „Autors kleiner Helfer“ rüttelt nicht nur auf, sondern hilft ...

Erlebe deine Info: Kommunikation, schwachsinnig.

Dass profane Informationen im derzeitigen Informationszeitalter zwangsläufig überhöht werden, ist nicht verwunderlich. Inzwischen dürfte man an die Übertreibungen gewöhnt sein, die die Folge sind. Absurder Wortmüll und debile Formulierungen sind logische Konsequenz einer manischen Kommunikation von Profanem wie Wichtigem. Das macht das Kommunikations- und Informationszeitalter zeitweise debil. Formulierungen in Mails wie „Enjoy your information about ...

Deutsche Sprachverwirrung – ein Brite erklärt

U-Bahn und S-Bahn – und dann auch noch die Stadtbahn! Wie sich ein Brite über die verwirrenden Bezeichnungen deutscher kommunaler Verkehrssysteme lustig macht. Video auf Englisch, Untertitel sind jedoch verfügbar. Viel Spaß!  

Sprachklischees und schlechte Texte: Die Berichterstattung über den ESC

Alljährlich ist es ein Fest aller: Wo die eine Gruppe begeistert und die andere angewidert ist, dürfen Journalisten und Redakteure endlich wieder verächtlich ihre Nase rümpfen. Der Eurovision Song Contest gibt ihnen Gelegenheit zum Hohn und Spott. Dabei zählt Tempo. Da bleibt keine Zeit für gute Texte. So liest man alljährlich die gleichen müden Sprach- ...

Schöne scheußliche Tageszeitung – eine Stilkritik

Die gute alte regionale Tageszeitung: Eigentlich hätte sie es verdient, gemocht zu werden, wenn sie nicht so viel falsch machen würde: Vornehmlich als regionale Stimme bringt sie ins Haus, was im eigenen Ort geschah, geschieht, geschehen wird. Diese Verortung ist wichtig und nötig, da die besprochene Wirklichkeit den gleichen übersichtlichen Raum teilt wie man selbst. ...

Hans Benders Auf meine Art und Twitter – oder: Vom Nimbus

Wer sich den neuen Lyrikband „Auf meine Art“ von Hans Bender zulegt und damit zum ersten Mal mit dem Lyriker Bender in Kontakt kommt, mag sich wundern. Seine Gedichte in vier Zeilen sind zeitlich zuvorkommend, kurz: Kurz. Das Lesen von vier Zeilen Text – oder vier Versen – geht rasch vonstatten. Wie das Lesen japanischer ...

Die beschränkte Sache mit der Selbstbeschränkung

Bisweilen tut sie not, auch wenn es zunächst unattraktiv klingt: Selbstbeschränkung. Dabei leitet das Wort in die Irre. Statt sich selbst zu beschränken und damit Verzicht zu üben, beschränkt man Einflüsse, die abhalten, zerstreuen, möglicherweise schaden. Am Ende steht auch kein beschränktes Selbst, sondern ein befreites, gar erlöstes. Ein Selbst, das mehr Selbst sein kann ...