Gedanken zum Wintermorgen

„Fang jetzt an“, scheint der Wecker zu sagen, die Uhr, das Tagwerk, das auf die Uhrzeit pocht. Ein Luxus ist das nicht – den hat nur der Tag im Winter, wenn es dunkel bleibt und der Tag nicht beginnen will, wenn man selbst bereit steht. Durch das Fenster blickend in diese kunstbeleuchtete Tagesschläfrigkeit, in der ...

Der erschöpfende Zwang zur eigenen Meinung

Unbehagen ist ein akademischer Begriff. Aber anders ist das Gefühl nicht zu greifen, das einen immer wieder umfängt, wenn die “öffentliche Meinung” sich aufdrängt und sich selbst die Frage zu stellen beginnt: Wie stehe ich eigentlich dazu? Unbehagen, weil man nicht recht weiß, wie man dazu stehen soll. Sich den Hysterischen anzuschließen, die knopfdrucks nach ...

Gedanken über: Die Angst

Was, wenn die Angst dich packt? Bist du feige? Unentschlossen? Bist du dir nicht mehr sicher über deinen Weg, den du gewählt hast? Fragen, die kommen. Zwangsläufig. Sie fragen nicht, ob sie kommen dürfen und sie bitten nicht um Einlass. Sie diffundieren durch deine verschlossenen Türen. Manifestieren sich in deinem priaten Raum, in dem du ...

Entgöttlichung oder: iPhone-Ausstieg für Fortgeschrittene. Folgen und Gedanken 2

„Bist du sicher, dass du das tun willst?“ „Was, wie kommst du denn jetzt dazu?“ „Kannst du denn darauf verzichten?“ „Ich würde es mir an deiner Stelle noch mal überlegen!“ Was ist geschehen? Habe ich angekündigt, meine Beziehung beenden zu wollen? Oder einfach alles hinzuschmeißen und künftig als Hausierer durch die Lande zu gehen? Allen ...

Der Nachhaker oder: Von der Notwendigkeit des Überflüssigen oder umgekehrt

Nachhaker haben es einfach und schwer zugleich: Einfach deshalb, weil ihr Job vornehmlich darin besteht, „nachzuhaken“. Intellektuell auf geringem Level, haben sie ständig zu tun, ohne sich geistig zu überfordern. Scheinbar unverzichtbar, sind ihre Erfolge leicht zu sehen:  Sie bringen Sachen voran, agieren als „Schnittstelle“, Ihre Ergebnisse kommunizieren sie in kurzen Mails, Telefonaten oder Berichten ...

Aufbruch, Frühling, Entrümpeln: Gedanken

Jedes Jahr erneut: Der Winter geht, und mit dem Frühlingsnahen keimt auch die Sehnsucht nach Erleichterung. Stapel, Kisten, Krempel, all dies drängt nun nach Entsorgung. Als sei die länger dauernde Tageshelle Schuld, dass die Ecken nun sichtbarer sind. Zumindest erscheint alles in neuem Licht. Jedes Jahr erneut setzt es ein. Ein „Das könnte ich mal ...

Die Auferstehung der Zukünfte

Erstaunliches geschieht: Zeiten, deren Zukunft hart und düster erscheinen, verabschieden sich von der Zukunft im Singular. Und wenden sich vielmehr dem Plural zu, den Zukünften. Als sei ein Sicherungsbolzen in den Hirnen entfernt worden, werden bestehende Zustände in Frage gestellt, da sie offenbar in Sackgassen geführt haben. Der Verlust der Zukunft mag zwar in erster ...