Eurovision Song Contest: Schuld sind immer nur die anderen

Da haben wir es wieder, das kleinkarierte Lamento nach einer schlechten Platzierung Deutschland beim Eurovision Song Contest: Alle hassen Deutschland. Alle anderen Lieder, Künstler und Auftritte waren auch nicht besser als „wir.“ Alle schieben sich alle Punkte zu, so eine Schweinerei. Und klar, die Stimmvergabe selbst ist zudem unfair, bei genauerem Hinsehen sogar dumm, geistert ...

Von Büchern, Horten und dem Kommen und Gehen

Bei dem Wort Sammeln kommt mir das Wort Horten ins Gedächtnis – und Horten ist inzwischen pleite. Zugegeben, der Witz ist blöd. Zumal das Horten, das pleite gegangen ist, eine Kaufhauskette war, die ihre Warenhäuser einst in Stahlkorsette legte und an deren Schriftzug, das jahrzehntelang die deutschen Innenstädte prägte und mit dem ich aufwuchs, ich mich ...

Buchkritik Ruinenwelt von Matthias Falke

Wäre der deutsche Science-Fiction-Autor Matthias Falke Amerikaner oder Brite, dürfte er sich Berühmtheit nennen. Denn seine Romane wie Ruinenwelt haben das Zeug, international erfolgreich zu sein. Ruinenwelt ist ein klassischer, im besten Sinne altmodischer Abenteuer- und Entdeckungsroman auf einem fremden Planeten, der einer dort havarierten Raumschiffbesatzung die fortschreitende Entdeckung von Geheimnissen und Zusammenhängen abnötigt. Ein ...

Amazon, Leiharbeit und Gewissen 1

Nun also doch: Amazon ist seit der Ausstrahlung der ARD-Dokumentation wegen seiner Arbeitsbedingungen öffentlich enorm unter Druck, Politiker melden sich zu Wort, sogar der Deutsche Bundestag beschäftigt sich nun mit dem Thema – dabei hatte es ähnliche Berichte und Dokumentationen schon mehrfach gegeben, ohne dass das Image des Online-Versandhändlers angekratzt wurde; ein paar wütende Kommentare, ...

Dr. Ex – Wie Schavans Entzug der Doktorwürde der Universität nützt

Einst rollten Köpfe, heute fallen Doktortitel, wie der Fall der entzogenen Doktorwürde wegen systematischer und vorsätzlicher Täuschung von Bildungsministerin Annette Schavan zeigt. Die öffntliche Meinung ist klar: Wieder ein Politiker, der getrickst hat und nicht hält, was er verspricht. Dass jedoch auch die Universitäten und Akademiker auf den Prüfstand gehören, die sich angeblich „täuschen“ ließen, ...

Häppchenweise Hüngerchen – eine reale Satire

Nennen wir sie einfach Lisa. Lisa hat Hunger. Nicht zu viel, um „richtig was essen“ zu müssen, geschweige denn zu wollen. Aber  das frische Ciabatta, Brötchen oder Teilchen fingerspitzenweise abzuzupfen und dabei nicht auszupacken, das will sie schon. Während Hunger beim Essen kommt, kommt Seligkeit beim Knistern. Denn Lisas Tüte knistert. Jedes Mal, wenn sie ...

Lesen mit dem Kindle – Erste Erfahrungen 6

Abgeneigt war ich nie, aber gehadert habe ich dennoch mit einem eBook-Reader. Der Grund war eher technisch als idealistisch: ist das Lesen z.B. auf einem Kindle anstrengend, weil ich es mit einer Art Display/Monitor zu tun habe? Schließlich starre ich schon beruflich täglich den ganzen Tag auf Bildschirme. Doch es zeigte sich schnell: Meine Sorgen ...

Die Sache mit der Brille – vom Imagewechsel der Politiker

„Ich bin jetzt ein anderer“ – äußere Verwandlung nach Krisensituationen ist sichtbarer Stellvertreter dieses Satzes und spricht für sich. Wie eine neue Brille oder der Verzicht darauf. Derzeit zeigt sich dies an einem Ex-Politiker, der sich zurück ins Rampenlicht drängt (Karl-Theodor zu Guttenberg), und an einem möglichen Bald-Ex-Politiker, der sich daraus heraus stiehlt (Guido Westerwelle). ...

2011 – Du Sau. Ein Nachruf

Ehrlich, man muss es einfach sagen: 2011 war eine echte Sau von einem Jahr. Vor allem ein Jahr der Schwätzer. Die üblichen Rückblicke sind einen Dreck gegen das, was man für 2011 zusammenfassen müsste – schweigen wir doch einfach drüber. Schluss mit all den Deutungen und Analysen, welchen Rang 2011 im Lauf der Weltgeschichte einnehmen ...

Überallmenschen

Man trifft sie überall. Und ständig. Denn sie sind bereits da. Egal, wann man wohin geht. Oder sie erscheinen kurze Zeit später. Überallmenschen scheinen sich unendlich klonen zu können. In der Wohnung gehen sie immer gerade an den Schrank, den man selbst öffnen will, greifen immer gerade nach der Tasse, nach der man die Hand ...