Die Mär vom Löschen und anderen Verschiebungen

Das waren noch Zeiten, als das Wort „Löschen“ noch hielt, was es versprach: Das Entfernen von Inhalten. Ohne Wenn und Aber. Der Begriff war da eindeutig und klar. Nun ist das anders. „Löschen“ entfernt zwar, aber nur aus der Anzeige. Gesichert sind Löschungen immer noch, zumindest bei Facebook. 3 Jahre lang speichert Facebook „gelöschte“ Bilder. ...

Das chice Denken

Möglicherweise wird Denken derzeit chic, so eine Meinungstendenz vor dem Hintergrund der großen Krisen und Umwälzungen. Diese Annahme ist Begleitmusik des zeitgleichen Starts zweier Philosophie-Magazine in Deutschland und dem nun nachweisbaren Erfolg. Doch möglicherweise ist diese Annahme einfach falsch. Denn sie unterstellt, dass Denken lediglich eine Reaktion auf Krise und Katastrophe sei – was das ...

Der erschöpfende Zwang zur eigenen Meinung

Unbehagen ist ein akademischer Begriff. Aber anders ist das Gefühl nicht zu greifen, das einen immer wieder umfängt, wenn die “öffentliche Meinung” sich aufdrängt und sich selbst die Frage zu stellen beginnt: Wie stehe ich eigentlich dazu? Unbehagen, weil man nicht recht weiß, wie man dazu stehen soll. Sich den Hysterischen anzuschließen, die knopfdrucks nach ...

Fürchte dich gefälligst oder Die Ohnmacht der Medien

Ein besonderer Typ Nachrichtenmeldungen geistert in letzter Zeit durch die Landschaft. Der Inhalt: Die Deutschen Verbraucher igorieren die Krise! Ein Drama, natürlich! Man stelle sich vor, man könne ohne viel Aufwand in den Redaktionen nur noch weitergeben, was Warner und Mahner an Katastrophenszenarien ausmalen. Man  schreibt mit, fasst zusammen und zititert nur die härtesten Worte ...

Magazin-Sterben, hurra!

„O Gott, jetzt geht es den guten alten Printmedien an den Kragen!“ Das „Sterben der Magazine“ sorgt für Besorgnis, wird als Krise gedeutet – und als Untergang des Abendlandes schlechthin. Doch mal ehrlich: Wer weint den bislang entstandenen Magazin-Leichen auch nur eine Träne nach? Denn es erwischt doch derzeit jene, die schon immer drittklassig, gesichtslos ...

Die Auferstehung der Zukünfte

Erstaunliches geschieht: Zeiten, deren Zukunft hart und düster erscheinen, verabschieden sich von der Zukunft im Singular. Und wenden sich vielmehr dem Plural zu, den Zukünften. Als sei ein Sicherungsbolzen in den Hirnen entfernt worden, werden bestehende Zustände in Frage gestellt, da sie offenbar in Sackgassen geführt haben. Der Verlust der Zukunft mag zwar in erster ...