“Tender Bar” von J.R. Moheringer – eine Liebeserklärung

Nein, eine Buchkritik ist dies keineswegs. Es ist eine Liebeserklärung. Viel weniger hat J.R. Moehringers autobiographischer Roman „Tender Bar“ auch nicht verdient. In den USA ein großer Bestseller, vom deutschen Feuilleton jedoch nicht geliebt, ist diese zwei Jahrzehnte umspannende Geschichte ein Buch, das ich nicht mehr weglegen konnte und wollte. Und das auf den letzten ...

“Autors kleiner Helfer” von Stephan Waldscheidt – eine Rezension

„Machen Sie sich nicht verrückt. Werden Sie besessen!“ Ein Satz aus dem buchgewordenen Tritt in den Hintern, der den Leser in Stephan Waldscheidts neuem Ratgeber „Autors kleiner Helfer“ erwartet. Denn mit dem, was er für den interessierten Leser bereit hält, hat er vor allem eins: Recht. „Autors kleiner Helfer“ rüttelt nicht nur auf, sondern hilft ...

Robinson Crusoe in vollständiger Fassung – ein Leseerlebnis 1

Die Überraschung war groß, als ich auf dem Buchcover  las: „Vollständige Ausgabe“ – denn dass „Robinson Crusoe“, der große Literaturklassiker von Daniel Defoe nahezu ausschließlich als um gut ein Drittel gekürzte Jugendbuchfassung bekannt ist, wusste ich bis dahin nicht. Und dass es sogar eine Fortsetzung namens „Die weiteren Abenteuer de Robinson Crusoe“ gibt, ebenso wenig. ...

Perfekter Sonntag mit Maeve Brennan

Sonntag in entschleunigtem Wetter: Hellgrau, durchsetzt von Schauer, angenehme Kühle. Liegen bei geöffnetem Fenster unter leichter Decke. Maeve Brennans „New York, New York“ als Lektüre vor Augen. Erfüllte Woche hinter einem. Neue Woche vor einem. Soundtrack: Vögel, ferner Verkehr, mäßiger Regen. Mit einem Wort: Perfekt.

Warum Denken traurig macht – oder das Lesen darüber

Schade: Da wird man traurig, weil man das Buch mit dem interessanten Titel “Warum Denken traurig macht” liest. Jedoch nicht, weil man denkt, dass Denken traurig mache, sondern weil man sich fragt, warum man sich solch ein Buch überhaupt antut. Es ist klein, es ist dünn, es hat eine große Schrift. Diese knapp 100 Seiten ...

Buchkritik “Die fliegenden Zauberer”

In der SF-Literatur markiert der Roman „Die fliegenden Zauberer von Urgestein Larry Niven und David Gerrold einen Meilenstein: Er ist von vornherein als komischer SF-Roman konzipiert – selten genug. Am Beispiel dieses Buches wird einem erst richtig bewusst, wie die Science-Fiction-Literatur zu Ernsthaftigkeit neigt. Epen, Schlachten, Warnungen, Bedrohungen, gemischt mit Horror- und Gothikelementen, alles ist ...

Buchkritik “Die unendliche Reise” von Brian W. Aldiss

„Die unendliche Reise“ von 1958 ist Brian W. Aldiss‘ erster Science-Ficion-Roman und bietet ein inzwischen bekanntes und variiertes Sujet. Originaltitel „Starship (Nonstop)“ und die bisherigen deutschen Auflagen des Romans verrieten sofort die Tatsache, dass die Handlung auf einem Raumschiff spielt – jedoch zieht der Roman seine Anziehungskraft nicht aus dieser Überraschung, sondern der Weg, die ...

Bücher als Augenöffner

Der Wunsch, in einer zukünftigen Welt zu leben, übt auf viele großen Reiz aus – wie das Leben in 10, 50, 100 oder 1000 Jahren aussehen könnte, bietet nicht nur phantasiereichen Stoff für Science Fiction, sondern ist schon längst konkret. Gerade in der Wissenschaft und Technik wird häufig an der Zukunft für die Zukunft gearbeitet, ...