Gedanken zum Wintermorgen

„Fang jetzt an“, scheint der Wecker zu sagen, die Uhr, das Tagwerk, das auf die Uhrzeit pocht. Ein Luxus ist das nicht – den hat nur der Tag im Winter, wenn es dunkel bleibt und der Tag nicht beginnen will, wenn man selbst bereit steht. Durch das Fenster blickend in diese kunstbeleuchtete Tagesschläfrigkeit, in der ...

Denkwürdige Überschrift: „Fische werden asozial“

Im Bauch einer U-Bahn in Berlin sprang mir eine Überschrift in der Berliner Zeitung vom 15.2.2013 ins Auge: „Fische werden asozial“ – diese Überschrift blieb freilich nicht in meinem Auge hängen, sondern ging weiter in meinen Kopf. Der Artikel handelte davon, dass Flussbarsche ihr Verhalten ändern, weil in den Abwässern vom Menschen ausgeschiedene Medikamente und ...

Buch-Requiem mit Auferstehungsgarantie

Bücher zu verkaufen, kann befreiender Akt sein: Entfernung von Ballast im Regal, Tilgung von uninteressanten Titeln, die einen, kaum dass man sie zu lesen begann, enttäuschen, oder, weniger dramatisch, Schaffung von Platz, um die Neuanschaffung eines weiteren Regals zu vermeiden. Neben öffentlichen Bücherschränken die respektvollste Art, mit Geschriebenem umzugehen. Gedrucktes, Gebundenes hat allein schon haptisch ...

R.I.P Ray Bradbury

Er war einer der ganz Großen und einer der bedeutendsten Autoren der Science Fiction. Seine Romane sind Klassiker der Literatur geworden: Ray Bradbury. Heute ist er im Alter von 91 Jahren gestorben. Mit „Fahrenheit 451“ schrieb er einen der bedeutendsten Roman der Science Fiction überhaupt – ebenso mit den legendären „Die Mars-Chroniken“. Seine Bücher bleiben. ...

Perfekter Sonntag mit Maeve Brennan

Sonntag in entschleunigtem Wetter: Hellgrau, durchsetzt von Schauer, angenehme Kühle. Liegen bei geöffnetem Fenster unter leichter Decke. Maeve Brennans „New York, New York“ als Lektüre vor Augen. Erfüllte Woche hinter einem. Neue Woche vor einem. Soundtrack: Vögel, ferner Verkehr, mäßiger Regen. Mit einem Wort: Perfekt.

Erlebe deine Info: Kommunikation, schwachsinnig.

Dass profane Informationen im derzeitigen Informationszeitalter zwangsläufig überhöht werden, ist nicht verwunderlich. Inzwischen dürfte man an die Übertreibungen gewöhnt sein, die die Folge sind. Absurder Wortmüll und debile Formulierungen sind logische Konsequenz einer manischen Kommunikation von Profanem wie Wichtigem. Das macht das Kommunikations- und Informationszeitalter zeitweise debil. Formulierungen in Mails wie „Enjoy your information about ...

Die Mär vom Löschen und anderen Verschiebungen

Das waren noch Zeiten, als das Wort „Löschen“ noch hielt, was es versprach: Das Entfernen von Inhalten. Ohne Wenn und Aber. Der Begriff war da eindeutig und klar. Nun ist das anders. „Löschen“ entfernt zwar, aber nur aus der Anzeige. Gesichert sind Löschungen immer noch, zumindest bei Facebook. 3 Jahre lang speichert Facebook „gelöschte“ Bilder. ...

Das chice Denken

Möglicherweise wird Denken derzeit chic, so eine Meinungstendenz vor dem Hintergrund der großen Krisen und Umwälzungen. Diese Annahme ist Begleitmusik des zeitgleichen Starts zweier Philosophie-Magazine in Deutschland und dem nun nachweisbaren Erfolg. Doch möglicherweise ist diese Annahme einfach falsch. Denn sie unterstellt, dass Denken lediglich eine Reaktion auf Krise und Katastrophe sei – was das ...

Warum Denken traurig macht – oder das Lesen darüber

Schade: Da wird man traurig, weil man das Buch mit dem interessanten Titel “Warum Denken traurig macht” liest. Jedoch nicht, weil man denkt, dass Denken traurig mache, sondern weil man sich fragt, warum man sich solch ein Buch überhaupt antut. Es ist klein, es ist dünn, es hat eine große Schrift. Diese knapp 100 Seiten ...