Piratenpartei bereit zum Kentern oder: Demokratie als App

„Klarmachen zum Ändern!“ lautet der Slogan der Piratenpartei; dabei schien das Entern gemeint gewesen zu sein. Das Entern der etablierten Politik, der wahrlich verkrusteten Parteien bis zur Umdeutung dessen, was Demokratie zu sein habe. Landtage wurden geentert, nun droht das Kentern. Auf gerade einmal 2 % bringen es derzeit die ehemaligen Überflieger noch in Umfragen. ...

Amazon, Leiharbeit und Gewissen 1

Nun also doch: Amazon ist seit der Ausstrahlung der ARD-Dokumentation wegen seiner Arbeitsbedingungen öffentlich enorm unter Druck, Politiker melden sich zu Wort, sogar der Deutsche Bundestag beschäftigt sich nun mit dem Thema – dabei hatte es ähnliche Berichte und Dokumentationen schon mehrfach gegeben, ohne dass das Image des Online-Versandhändlers angekratzt wurde; ein paar wütende Kommentare, ...

Dr. Ex – Wie Schavans Entzug der Doktorwürde der Universität nützt

Einst rollten Köpfe, heute fallen Doktortitel, wie der Fall der entzogenen Doktorwürde wegen systematischer und vorsätzlicher Täuschung von Bildungsministerin Annette Schavan zeigt. Die öffntliche Meinung ist klar: Wieder ein Politiker, der getrickst hat und nicht hält, was er verspricht. Dass jedoch auch die Universitäten und Akademiker auf den Prüfstand gehören, die sich angeblich „täuschen“ ließen, ...

Großmaul Steinbrück – vom Ende eines ersehnten politischen Stils

Als Alternative zu Angela Merkel war Peer Steinbrück von der SPD eigentlich zunächst eine gute Wahl: Mit seinem völlig anderen Politik- und Redestil mit Hang zur klaren Kante und klaren Worten sollte er den Bundestagswahlkampf 2013 für die SPD entscheiden. Doch sein Versagen, das sich im jüngsten ZDF- Politbarometer zeigte, schadet nicht nur ihm und der ...

Routinerettung, das bessere Wort des Jahres als Rettungsroutine

Statt Rettungsroutine müsste Routinerettung das Wort des Jahres 2012 sein. Anstatt das stetige Bemühen, die Finanzsysteme zu retten zu benennen, steht Routinerettung für das Bemühen jedes Einzelnen, täglich im Kleinen wie im Großen seine Routinen im Leben vor Veränderungen zu retten. Es betrifft uns Besitzstandswahrer, die wir uns bedroht fühlen und die wir uns ein neues ...

Der böse Leser – ein Pamphlet gegen das Gejammer über das Zeitungssterben

„Der Leser ist schuld am Zeitungsterben!“ Das scheint derzeit aus Redaktionen und Verfechtern der guten alten Zeit zu schallen. Mehr noch: Wäre er, der Leser nicht, gingen keine Tageszeitungen insolvent, müssten keine Zeitungen eingestellt werden. Der Leser verantwortet, dass er einfach nicht so will wie die Verlage, die Redaktionen, die Journalisten und Redakteure und ihrer ...

Diszipliniert, fleißig, auf dem Holzweg. Bundespräsident Gauck und das Arbeitsbild der Deutschen

Wehe, da bringe eine OECD-Studie unser Selbstbild über uns Deutsche ins Wanken: Dann sind verbale Spitzfindigkeiten nötig, um unser Selbstbild wieder in das uns genehme richtige Licht setzt. Ja, wir Deutschen! Auf Made in Germany sind wir stolz, und geben wie es zu, es hat auch viel mit uns zu tun, sagen wir: jedem Einzelnen ...

Die 80-Cent-Neuigkeit über WhatsApp oder: Viel Lärm um Nichts

Eine Neuigkeit über WhatsApp schlägt Wellen und zeigt, mit welch vermeintlich wichtigen Mitteilungen Journalismus inzwischen funktioniert. Wo alles teurer wird, Finanzlöcher drohen und Staatshilfen in astronomischen Höhen den Schlaf rauben, ist die Nachrichtenlage aufgeheizt – zumal kurz vor dem prophezeiten Weltuntergang gemäß (inzwischen wieder revidierten, aber man weiß ja nie) Maya-Kalender. Gestern geisterte das neue ...

Wetten, dass …. wir verwirrt sind?

Was für ein Spektakel: Gleich die 2. Show des neuen Moderators Markus Lanz wird zur waschechten PR-Maschine. Allerdings ganz anders, als man denkt. Denn nicht nur die Show an sich, ihr Konzept, ihre Durchführung, ihre Gags und die mehr als schlechte Gesprächsführung von Markus Lanz sorgen für reichlich Verwirrung. Auch dass Weltstar Tom Hanks im ...

Buch-Requiem mit Auferstehungsgarantie

Bücher zu verkaufen, kann befreiender Akt sein: Entfernung von Ballast im Regal, Tilgung von uninteressanten Titeln, die einen, kaum dass man sie zu lesen begann, enttäuschen, oder, weniger dramatisch, Schaffung von Platz, um die Neuanschaffung eines weiteren Regals zu vermeiden. Neben öffentlichen Bücherschränken die respektvollste Art, mit Geschriebenem umzugehen. Gedrucktes, Gebundenes hat allein schon haptisch ...