Sprachklischees und schlechte Texte: Die Berichterstattung über den ESC

Alljährlich ist es ein Fest aller: Wo die eine Gruppe begeistert und die andere angewidert ist, dürfen Journalisten und Redakteure endlich wieder verächtlich ihre Nase rümpfen. Der Eurovision Song Contest gibt ihnen Gelegenheit zum Hohn und Spott. Dabei zählt Tempo. Da bleibt keine Zeit für gute Texte. So liest man alljährlich die gleichen müden Sprach- ...

Schöne scheußliche Tageszeitung – eine Stilkritik

Die gute alte regionale Tageszeitung: Eigentlich hätte sie es verdient, gemocht zu werden, wenn sie nicht so viel falsch machen würde: Vornehmlich als regionale Stimme bringt sie ins Haus, was im eigenen Ort geschah, geschieht, geschehen wird. Diese Verortung ist wichtig und nötig, da die besprochene Wirklichkeit den gleichen übersichtlichen Raum teilt wie man selbst. ...

Sprachkritik in der Kritik. Wolf Schneiders neue Stilkunde

Zweifellos strengt Sprache an: Jene, die sie nicht beherrschen oder nur schlecht, denen  es folglich an Ausdrucksvermögen mangelt – und jene erst recht, die sie verinnerlicht haben und unter dem schlechten Stil der anderen leiden.  „Sprachverfall“ geistert durch die Geschichte der Sprachkritik, dass der Begriff inzwischen Klischee ist. „Sprachwandel“, ein nicht minder akademischer Begriff, steht ...

Henri Nannen: Prestige eines Preises

Auszeichnungen verleihen Prestige – viel mehr noch, wenn man sie ablehnt. Ausgerechnet den Henri Nannen Preis, die höchste  Auszeichnung für die besten journalistischen Arbeiten in deutscher Sprache nicht anzunehmen, bedarf Courage. Die brachten die Journalisten der Süddeutschen Zeitung Hans Leyendecker, Nicolas Richter und Klaus Ott am Abend des 11. Mai 2012 auf, als sie mit ...

Vom Scheitern eines geplanten Mordes 2

Zugegeben, es klingt drastisch und ist auch nicht ganz zutreffend: Es ist kein Mord, wenn man beschließt, sein digitales Alter Ego zu töten, mit dem man drei Jahre lang bei Twitter unterwegs war und zuletzt 1035 Follower aus allen Bereichen angehäuft hat. Die Entscheidung, meine Twitter-Identität Opunktkpunkt aufzugeben, war manchem suspekt, und das zu Recht. ...