Gedankenzirkus

Der Marsianer – Filmkritik

Der Marsianer PosterWenn die Verfilmung eines Romans besser ist als der Roman selbst, bei Der Marsianer hat es geklappt. Das nennt man wohl Glücksfall.
Mehr noch: Auch für Viel-Filmer Ridley Scott, der stets zwischen Mittelmaß und Brillanz schwankt, gelang nun wieder ein achtbarer Erfolg, der seinem Talent zuzuschreiben ist. Besser konnte es eigentlich nicht kommen.

Das Buch ist ein Selfpublisher-Traum: Ursprünglich in Eigenregie als eBook bei Amazon angeboten, verkaufte es ich so gut, dass es von einem Verlag angenommen und zum Bestseller wurde. Kurze Zeit später dann die Verfilmung – das nennt man wohl Durchmarsch.

Das Drehbuch schafft es, dem auch genau die Kniffe zu verleihen, die die Vorlage vermisste. Autor Andy Weir schaffte es im Roman nämlich nur schwer, wirkliche Spannung zu erzeugen, sondern ergoss sich seitenweise in wissenschaftlichen und technischen Erläuterungen.
Da geht der Film weit besser zu Werke: Er bringt das gesamte Personal des Films auch auf der Erde und an Bord des Raumschiffs weit früher, permanente und damit schlüssiger in die Geschichte.
Drei parallel laufende Handlungsorte und -stränge holen im Film denn auch alles heraus, was machbar ist.
Ridley Scott, immerhin für Genre-Klassiker wie Alien und Blade Runner verantwortlich, hatte auch in seinen schwachen Filmen ein Gespür für Visualität. Kein Wunder also, dass Der Marsianer perfekt aussieht und jede Einstellung sitzt.

Ungewöhnlich prominent bis in die Nebenrollen besetzt, macht Hauptrolle Matt Damon über 140 Minuten eine gelungene Figur und bringt den ironischen Witz der Romanvorlage bestens rüber.

Die seitenweisen Erläuterungen, die die Handlung des Buchen ständig bremsten, sind hier auf ein Mindestmaß reduziert. Das hat auch den Vorteil, dass die Handlungen Mark Whatneys für jedermann nachvollziehbar werden.
Natürlich ist Der Marsianer eine moderne Version von Robinson Crusoe- statt einer Insel lebt Mark Whatney auf dem Mars, statt den Glauben zu Gott vertraut Whatney der Wissenschaft. Letztlich hatten beide Erfolg.

Die Handlung ist recht ähnlich, doch wäre es ein Fehler, Der Marsianer als nicht eigenständig zu betrachten. Das Motiv des unfreiwilligen Eremiten in ungewohnter und feindlicher Umgebung hat auch Stevensons Crusoe nicht gepachtet und bietet sich an, immer wieder unter neuen Vorzeichen erzählt zu werden.

Mitreißend ist Der Marsianer gar für Nicht-SF-Fans, obgleich der Film in jeder Einstellung kein Zweifel daran lässt, dass er als Genrefilm gedacht ist. Doch hier zeigt sich die Stärke der Story und des Films an sich: Er berührt universelle Fragen von Leben, Überleben und Rettung. Auf dieser emotionalen Ebene funktionieren Geschichten über Genregrenzen hinweg.
Alles in allem ist Der Marsianer durchweg perfektes Kino – eine längere Version für die Heimkinoauswertung ist im Gespräch.

4094
Artikel bewerten
Thanks!
An error occurred!
Share

7 comments for “Der Marsianer – Filmkritik

  1. Montag, 3. Oktober 2016 at 14:41

    that is fantastic blog, I will pas this to the other peoples.

  2. Montag, 3. Oktober 2016 at 14:04

    Pretty helpful material, much thanks for this article

  3. Montag, 3. Oktober 2016 at 13:34

    This is really a great stuff for sharing. Keep it up .Thanks for sharing.

  4. Montag, 3. Oktober 2016 at 13:03

    It is really nice blog that become inspiration to everyone.

  5. Montag, 3. Oktober 2016 at 12:26

    We also share some information about our business

  6. Montag, 3. Oktober 2016 at 11:43

    I fancied to thank you for this uncommon read!!

  7. Freitag, 12. August 2016 at 00:04

    I have heard a lot of this film. So I will definately watch it. But now I am a little bit bussy.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.