Gedankenzirkus

Das fulminante Comeback-Album Unbreakable von Janet Jackson: Viva la diva

Viva la Diva: Das fulminante Comeback-Album Unbreakable von Janet JacksonWow, was für ein Comeback: Nach Nippelgate, drei gefloppten Alben und anschließenden 7 Jahren Pause meldet sich Janet Jackson mit ihrem neuen, fantastischen Album Unbreakable zurück – und es ist ein echtes Brett sowie ein echter Triumph.

Wenn schon Rückkehr dann richtig, scheint sich Janet Jackson gedacht zu haben – denn nie war sie besser als in Unbreakable. Ganze 19 Songs sind auf dem neuen Album, und es grooved und pulsiert, dass es einen vom Stuhl haut. Dabei begeistert vor allem die musikalische und stilistische Vielfalt und die kreative Energie, die aus dem Album quillt. So lässig, so cool, aber vor allem so entspannt klingt das Album, das sich keine Schwächen leisten will. RnB, ganz klar, Hip-Hop-Elemente, Funk, Soul, aber auch House-Einlagen: Unbreakable ist deshalb so unzerstörbar, weil das Album eine Bandbreite bietet, ohne sich anzubiedern.

Musikalische Energie in jedem Track von Unbreakable

Schon der titelgebende Opener Unbreakable legt die Latte mächtig hoch. Was dann mit Burnitup! im Duett mit Missy Elliott aufgefahren wird, ist so ziemlich das beste, was Jackson seit 20 Jahren gemacht hat. Und es geht mit Damn Baby so weiter. Mit The great forever überrascht Jackson mit einer wahrlich großen, eingängigen Melodie, als wolle sie die Kategorie Tanzhymne neu definieren – gleiches gilt auch für Shoulda Known Better, die radiotauglich abgeht, als gäbe ein kein Morgen mehr.
Anders als in ihren Vorgängeralben vibrieren die Balladen nicht vor unangenehmer Pseudo-Laszivität, sondern setzen gekonnt ruhige Akzente.Und spätestens wenn Jackson dann im 17. Song des Albums Gon‘ B Alright die ultimative Gute-Laune-Rakete zündet, die so wunderbar wie mitreißend ist, ist einem klar: Mit Janet Jacksons Unbreakable hat man es mit einem fulminanten Comeback zu tun, das seinesgleichen sucht.

Insgesamt merkt man: Jackson weiß, was sie da tut – das konnte man von ihren letzten Alben leider nicht behaupten. Gern wird davon ausgegangen, dass ihr legendärer Nippelgate-Zwischenfall beim Super Bowl 2004, als plötzlich ihre nackte Brust zu sehen war, ihre Karriere ruinierte.

Doch es lag eher an der Qualität dessen, was dem Skandal folgte. Ob Damita Jo, 20 Y.O., Discipline: Aus den wenigen wirklichen Highlights dieser drei Alben hätte man ein einziges machen können, das nennenswert gewesen wäre. Zu viel belanglose Füllware, zu lasch, zu kontrastarm gab sich die Künstlerin hier. Obgleich gerade Discipline bei der Kritik wieder gut ankam, konnte man das Gefühl haben, dass das kreative Feuer aus der seinerzeit erfolgreichsten Musikerin erloschen sei.

Und jetzt das: Unbreakable vereint Jackson nicht nur mit ihren altgedienten Produzenten Jimmy Jam und Terry Lewis; das Album sprüht vor Energie und musikalischer Finesse. Dass die 49-Jährige die künstlerische Mutter von Starts wie Rihanna und Beyoncé ist, hört man jede Sekunde.

Machen wir uns also nichts vor: Janet Jackson hat weder Lust noch hat sie Grund, sich geschlagen zu geben. Dafür hat sie als mit Rhythm Nation auch ihr eigenes Plattenlabel gegründet, nach dem Titel ihres wegweisenden Konzeptalbums von 1989. Selbstbewusst, hemmungslos begabt und sensationell vielseitig, zeigt sie allen: Sie ist noch immer eine große Nummer. Und ihr neues Album, man kann es gar nicht anderes sagen, schlichtweg atemberaubend und ganz, ganz große Musik.

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